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Wider der Wegwerfkultur

Mai 06, 2023
Was die Bauchtrompete mit einer Unternehmensgründung zu tun hat und warum Stoffwindeln innovativ sind, erzählt Founderin von Bacibu, Catherine Diethelm im Interview mit FAIRPLACE.

Warum und wie hast du Bacibu entwickelt?

Catherine Diethelm:
Meine zwei Kinder habe ich in Stoffwindeln gewickelt und fand es eine schöne Sache. Die Zeit am Wickeltisch hat mir geholfen, die Beziehung zu meinem Pflegesohn zu stärken und meine Mama-Gefühle zu finden. Dazu kam, dass ich mich bei meiner Arbeitgeberin nicht mehr willkommen gefühlt habe nach der Karenz. Also wollte ich ein Sozialunternehmen gründen, das der Wegwerfkultur den Kampf ansagt.

Der Name stammt woher…?

Von der Bauchtrompete. Beim Wickeln können sich Eltern kaum verkneifen, den nackten kleinen Bauch ihres Kindes zu küssen und dann die Lippen vibrieren zu lassen, als würde man in eine Trompete blasen. Küsschen heißt auf Italienisch Baci und das Geräusch der Bauchtrompete etwa “buuuuu”.

Was ist dir wichtig, deinen Kunden anzubieten?

Das Plus ist ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis und ein guter digitaler Service. Ich werde nicht das Vorurteil bedienen, Stoffwindeln seien altmodisch und etwas für “Körnerpickerinnen”. Denn Nachhaltigkeit ist für meine Kundinnen selbstverständlich. Also naturbelassene Ökotextilien von Herstellern, die in Österreich, Tschechien und Deutschland produzieren.
"„Bacibu ist 1,8 Tonnen ökologischer als Wegwerfwindeln. Das ist das Gewicht des Windelmülls, den eine Zweijährige in Pampers bereits erzeugt hat“."
Catherine Diethelm

Welche Werte vertrittst du?

Simpel, caring, social, progressive. Meine Stoffwindeln und ich sind Pioniere für eine nachhaltigere Kultur der Babypflege. Wir sind einfach, fürsorglich und fördern die Beziehung der Menschen zu ihren Kindern und zu anderen Eltern.

Was macht Bacibu so einzigartig?

Die erste digitale Windelberaterin, das Windelzeit-Begleitabo für Stoffwickelzubehör und die Meetups in Feldkirch jeden vierten Montag im Monat.

Wie ökologisch ist Bacibu?

1,8 Tonnen ökologischer als Wegwerfwindeln. Das ist das Gewicht des Windelmülls, den eine Zweijährige in Pampers bereits erzeugt hat. Windeln verrotten erst in 500 Jahren. Also müssen sie verbrannt werden, was CO2 ausstößt.

Was rätst du Eltern, die unsicher sind, ob sie Stoffwindeln benutzen sollen?

Tausche dich auf jeden Fall erstmal aus. Mit anderen Eltern, mit den Verkäufern im Fachhandel oder mit einer Stoffwindelberaterin. Dann leihe dir ein Testpaket aus und versuche es mal zwei Wochen. Wer es danach will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Bacibu bietet auch einen Lagerverkauf an, bzw. kann man die Windeln auch im Café Jahnhalle abholen. Wie funktioniert dieser Service genau?

Im Co-Working der Jahnhalle in Feldkirch habe ich mein Lager und Büro, darum darf ich den Service so anbieten. Wenn im Café wenig Betrieb ist (Di-Do 9 Uhr / Fr 13 Uhr), sitze ich mit den Windeln an einem Tisch und berate, verkaufe oder übergebe die FAIRPLACE-Pakete.

Was hat dich dazu bewogen, zur FAIRPLACE-Familie zu stoßen?

Als Startup kennt einen zu Beginn ja niemand. Darum war mir früh klar, dass ich auf einen Online-Marktplatz möchte. FAIRPLACE hat sich sofort gut angefühlt, weil die Macher und Partner das Prinzip global denken, lokal handeln leben.

Was sind deine Ziele, wenn du in Richtung Zukunft schaust?

Dass ich bei Fairplace einen Möbelschreiner finde, der mit mir einen Wickeltisch für Stoffwindeln designt. Dass ich Pampers und Co. in Vorarlberg jede dritte Mama und jeden dritten Papa ausspanne. Dass alle 96 Gemeinden im Ländle Stoffwindeln fördern - heute sind es gerade 13.
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