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Online-Riesen wie Amazon bringen uns die Armut
Feb. 23, 2022
Markus Hagen aus Hohenems hat vor rund einem Jahr den regionalen Online-Marktplatz FAIRPLACE ins Leben gerufen. Er will den großen Online-Riesen wie Amazon die Stirn bieten und die Wertschöpfung im Land halten.
„Es braucht immer ein paar Mutige, die sich trauen“, ist der 44-jährige Elektrotechniker überzeugt. Bereits vor der Corona-Krise, durch welche die Themen Regionalität und Online-Shopping so richtig Fahrt aufgenommen haben, hatte er die Idee zu einem regionalen Marktplatz geboren.
"Vor allem die persönliche Nähe zum Kunden ist ein sympathischer Pluspunkt. Die Kunden kaufen bei regionalen Anbietern und erhalten die Produkte individuell geliefert."
Partner Thomas Perfler von „… natürlich Bio“
Austausch und Vernetzung
Erst wollte er nur seinen Kunden mit einem Online-Angebot einen Mehrwert bieten und seine Elektrogeräte verkaufen. Mittlerweile ist daraus aber eine regelrechte Mission geworden, die weit über seinen eigenen Betrieb hinausgeht: „Ein digitaler Marktplatz für die Region hat großes Potenzial. Neben dem Kauf von Produkten soll die Plattform auch zum Austausch und der Vernetzung dienen“, erklärt Hagen.
Seit dem Start vor rund einem Jahr konnte er 15 Partner mit etwa 9000 Produkten für seine Idee begeistern. Die Unternehmen müssen bestimmte Kriterien erfüllen und einen finanziellen Beitrag - je nach Anzahl der Produkte - leisten, dafür bekommen sie einen benutzerfreundlichen Webshop zur Verfügung gestellt und brauchen sich um die Abwicklung oder rechtliche Fragen nicht mehr zu sorgen - gerade für kleinere Unternehmen, denen die Mittel für eine eigenständige Online-Präsenz fehlen, sind das große Vorteile.
"Bisher sind meine Erfahrungen mit FAIRPLACE durchwegs positiv. Markus Hagen bietet viel mit dieser Plattform und verbindet die einzelnen Anbieter untereinander, sodass ein großes Netzwerk entsteht. Mittlerweile ist die Plattform bekannt und die Menschen bestellen über diese – oder unseren Onlineshop – ihre Wunschprodukte."
Partner Christian Graupeter von „CG Halei“
Bekenntnis zu Regionalität
Doch aller Anfang ist schwer, gesteht Hagen: „Ich hätte es mir einfacher vorgestellt. Aber wegen unserer fehlenden Bekanntheit ist bei einigen Unternehmen eine Hemmschwelle da.“

Das Bewusstsein sei zwar gestiegen, aber „viele Leute sind noch im Hamsterrad gefangen“. Laut dem Hohenemser sei es höchste Zeit, sich zur Regionalität zu bekennen. „Ich verstehe nicht, warum viele Leute immer noch nicht kapieren, dass unser Geld im Land bleiben sollte. Wenn wir im Inneren stark sind, nimmt auch die Abhängigkeit von Staaten wie China ab.“ Kein Verständnis hat er für jene „Schnäppchenjäger“, die sich bei Amazon und Co. eindecken: „Diese Online-Riesen bringen uns nur Armut und sozialen Absturz!“
Hagen selbst investiert viel Geld und noch mehr Zeit in seine Vision. Zwar wird er von einem Programmierer unterstützt, ansonsten ist „Fairplace“ nach wie vor eine „One-Man-Show“ - wenn andere längst im Feierabend sind, fährt er etwa die Bestellungen aus. Und mit jeder Fahrt kommt er seinem Ziel, „Fairplace“ als regionalen Marktplatz zu etablieren, ein Stück näher.
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