1titelbild-1.jpg
Bettina Stephanie Sohler
Du im Fokus
Regional
R
Spätestens seit Corona reden alle von Regionalität
Dez. 09, 2021
Spätestens seit Corona reden alle von Regionalität. Markus Hagen ist das zu wenig. Er macht dort weiter, wo andere aussteigen. Beim Tun. Es ist ein digitaler Marktplatz, in dessen Mittelpunkt die Wertschöpfung der Region liegt und der ihre Stärken vernetzt. Von A wie Arbeitsplatz bis Z wie Zukunft.
Wie und wann fand die Initialzündung von FAIRPLACE statt?
Als Unternehmer beschäftigt mich die Vision, einen digitalen, regionalen Marktplatz für die Zukunft zu schaffen, schon seit einigen Jahren. Viel wurde und wird über Regionalität und Nachhaltigkeit diskutiert, aber niemand war bis jetzt wirklich initiativ. Ein Großteil meiner Motivation für das Projekt liegt in der Liebe zu Vorarlberg. Das Land kann so vieles und hat solche immense Stärken! Mit vielen Vorstellungen im Gepäck ist die Idee über die Zeit gereift. Allerdings vergingen von der Vision über die Idee bis zur Umsetzung sieben Jahre.
Während des Lockdowns sind viele Onlineshops entstanden. Worin unterscheidet sich FAIRPLACE von anderen?
Die Plattformen, die während der Coronazeit entstanden sind, haben mit unserem Konzept nichts zu tun. FAIRPLACE hat die Kraft, die Regionalität und Identität von Vorarlberger Unternehmen klar zu positionieren, ihre Produkte zu kommunizieren und dem Konsumenten eine Vielfalt an Produkten zu bieten.
Für mich war es seit Beginn dieser Vision immer das Wichtigste, dass wir in Vorarlberger Geschäften einkaufen und nicht für Amazon und Zalando das Geld in die Steueroasen schicken. Und schließlich hat heute besonders der regionale Arbeitsplatz mehr denn je Priorität.
"Die Zeichen der Zukunft stehen auf Identität, Regionalität und Nachhaltigkeit. Wir müssen unter uns stark werden."
Wen sprechen Sie mit Ihrer Plattform an?
Auf unserer Seite stellen sich Fachgeschäfte, Gastronomie, Dienstleistungs-, Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe der Region vor. Mit ihrem Know-how, mit ihren Angeboten, mit ihren Produkten. Das kann der Schuhverkäufer genauso sein wie der Bauernhof, der Hotelier oder jemand, der Jobangebote platzieren möchte. Wichtig ist, dass faire Löhne und Arbeitsbedingungen dahinterstecken, dass das Ganze von einem gewissen Umweltbewusstsein und einer Nachhaltigkeit getragen wird und es im Gesamten zu unserer Leitidee passt. Überlegungen in Richtung eines Wertekompasses sollen dies sicherstellen. Unser Auftritt passiert auf einem anderen Niveau als beispielsweise Amazon. Amazon verursacht letzten Endes Armut.
Webdesign, Verkauf, Werbung, Technik, Logistik, Rechnungssystem – ein schier beängstigendes Mammutprojekt, das zu bewältigen war und ist. Was waren die bisherigen Herausforderungen bei der Umsetzung?
Unter anderem, die Fachgeschäfte, Gastronomie, Dienstleister, Landwirtschaft und Handwerksbetriebe usw. davon zu überzeugen, dass sie auf diesem Marktplatz die regionale Wertschöpfung in Vorarlberg stärken, Arbeitsplätze schaffen, mehr Reichweite und somit mehr Konsumenten erreichen. Es ist aktuell für jedes Unternehmen wichtig, sich mit seinen Produkten oder Dienstleistungen optimal zu präsentieren. Die Möglichkeit auch noch einen eigenen Onlineshop auf FAIRPLACE zu betreiben und sich mit der eigenen Website zu verlinken, macht uns zum Marktplatz der Zukunft. Wir wollen das Bewusstsein der Wirtschaftstreibenden
und auch der Konsumenten stärken, dass wir in dieser globalen Welt nur gemeinsam ans Ziel kommen, wenn wir uns zur Regionalität bekennen – im kleinen Ländle.
"Unser Auftritt passiert auf einem anderen Niveau als beispielsweise Amazon. Amazon verursacht letzten Endes Armut."
Wer steht hinter dem Projekt?
Hinter dem Projekt FAIRPLACE stehe ich ganz persönlich mit einem kleinen und engagierten Team, welches wächst. Denn speziell das Konzept für den Transport hat es in sich. Wir möchten so rasch und ressourcenschonend wie möglich liefern. Und das versandkostenfrei. Um die Frische der Lebensmittel zu garantieren, ist beispielsweise bereits ein eigener Kühltransporter angeschafft und umgebaut worden. Eine spezielle Idee betreffend Liefersystem existiert bereits in meinem Kopf. Sie soll den Transportverkehr in Vorarlberg reduzieren.
Wie ist die bisherige Resonanz auf Ihre Idee?
Wir haben schon einige Zusagen bekommen und das Interesse steigt. Ein guter Mix qualitativer Unternehmen aus Mode, Sport, Lebensmitteln, Möbeln und Dienstleistern. Was mir noch persönlich am Herzen liegt, sind regionale Sportvereine und kleinere Hilfsorganisationen, damit auch sie in Vorarlberg eine größere Aufmerksamkeit bekommen.