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Gemeinwohl
G
Thought has no gender
März 17, 2022
Er und Sie: Gendern mag man, oder nicht. Mittlerweile hat es aber den Eindruck, dass das Ganze bereits Ausmaße einer besserwisserischen Sprachpolizei angenommen hat. Sie lenkt auf die Tatsache, dass eine Geschlechterdifferenz lauert, die – wie wir meinen – allen etwas den Spaß an der Sprache nimmt. Und dabei vergisst, dass Gleichberechtigung woanders beginnt.
Der Gedanke unterscheidet nicht zwischen Mann und Frau – deshalb verzichten wir auf FAIRPLACE bei allem Respekt gegenüber Männern und Frauen auf das Gendern. Hauptsächlich deshalb, weil das Sprachempfinden gegenderte Sprache künstlich und ungewohnt wirkt. Sie ist umständlich und holprig. Gendern lenkt von den Inhalten ab, indem es den Lesefluss behindert. Diverse Substantivformen – etwa Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I – führt die Aufmerksamkeit auf die technische Ebene der Sprache und schadet gefühlvollen Texten. Außerdem hat die Sprache nur begrenzten Einfluss auf reale Verhältnisse: Gleichberechtigung bildet sich schließlich nicht nur im Sprachgebrauch ab. Eine gerechtere Sprache schafft noch keine gerechtere Welt. Und: Der Fokus aufs Gendern ist inkonsequent, weil sie andere Identitätskategorien, die mit Ungerechtigkeit behaftet sind, verdunkelt, wie etwa Ethnie. Sobald die gesellschaftliche Gleichberechtigung Realität wird, stellt sich die Geschlechtergerechtigkeit von Sprache von selbst ein. Dann werden auch bei der männlichen Form beide Geschlechter assoziiert.
Umfragenergebnisse
Laut einer Studie findet ein Viertel der 500 Befragten, unter ihnen 51 Prozent Frauen, gegenderte Texte schwer lesbar. 66 Prozent - also zwei Drittel der Österreicher - lehnen gendergerechte Sprache sogar ab. Nur 20 Prozent verwenden gendergerechte Sprache selbst. Im Zuge der Studie wurden die Probanden auch gefragt, ob sie einen Zusammenhang zwischen der Verwendung des Binnen-I und der Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau sehen. 56 Prozent denkt nicht, dass gendergerechte Sprache sich positiv auf das Leben der Österreicherinnen auswirkt. Ein Grund dafür könnte sein, dass 63 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass sich Frauen auch bei der ausschließlich männlichen Schreibweise angesprochen fühlen.
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