Mit Feingefühl für Geschmack und Qualität
Mit Gespür für Geschmack
Wie hat alles bei Pilz Lenz begonnen – und was hat dich dazu inspiriert, das Familienunternehmen weiterzuentwickeln?
Ich habe schon immer bei meinem Vater gearbeitet. Während meines Studiums verbrachte ich ein Auslandsjahr in Italien, in Florenz.
In dieser Zeit verkaufte ich während der Ferien am Arlberg Pilze an Köche. Dabei hörte ich immer wieder, was ihnen in ihren Küchen fehlte. So begann ich, ihnen Öle und Essige zu organisieren – Produkte, die neu, interessant und damals schwer zu bekommen waren. Die Köche fragten gezielt danach, und ich versuchte, genau das zu finden, was sie suchten. Manchmal gelang mir ein perfekter Treffer, manchmal lag ich komplett daneben und wurde auch darauf hingewiesen. Doch mit der Zeit entwickelte ich ein Gespür dafür, was ankommt und was nicht. Die Köche standen dabei immer an meiner Seite und unterstützten mich.
Meine Produkte wurden zwar geschätzt, aber sie landeten nie am Salatbuffet. Der Grund war einfach: zu viele unterschiedliche Flaschen mit verschiedenen Etiketten. Mein großer Wunsch war es deshalb, eines Tages mit einer eigenen Essig- und Öl-Linie am Salatbuffet vertreten zu sein – mit einheitlichem Design und hoher Qualität.
Schließlich lernte ich Franz Hartl kennen. Er vermarktete Kernöle, die perfekt zu den Essigen passten, die ich bereits entdeckt hatte. Ich durfte damals sein Design übernehmen, und so begann meine eigene Essig- und Öl-Linie. Als Hartl vorletztes Jahr schließen musste, bekamen auch die Öle den Namen Lenz.
Meine Motivation war also klar: eine eigene Essig- und Öl-Linie zu schaffen, die für hohe Qualität steht und mit einem schönen, klaren Design auch optisch am Salatbuffet überzeugt. Letztes Jahr fotografierte Othmar Heidegger unsere neuen Etiketten mit schwarzem Hintergrund – damit nicht nur der Inhalt überzeugt, sondern auch das Design.
Welche Bedeutung hat Tradition für dich – und wie verbindest du sie mit modernen kulinarischen Ideen?
Tradition bedeutet für mich vor allem, selbst etwas zu produzieren. Das liegt wahrscheinlich einfach in mir. Früher waren es Pilze, heute ist es die Auswahl hochwertiger Olivenöle, gutes Kernöl und die Herstellung von Frucht- und Kräuteressigen. Unsere Essige kommen ohne Aromen, Konservierungsstoffe und ohne zugesetzten Zucker aus – mit Ausnahme unserer Calamansi-Essige.
Beim Kräuteressig stammen die Kräuter aus unserem eigenen Garten. Die Aronia-Beeren wurden eigens angepflanzt, und die Holunderblüten kommen aus unseren Wäldern. Sie werden mühsam gezupft, damit wirklich nur die Blüten in den hochwertigen Essig gelangen.
Eure Feinkostprodukte stehen für Regionalität und Qualität. Was steckt hinter diesem Anspruch?
Champignons züchten wir inzwischen nicht mehr. Unser Fokus liegt heute klar auf hochwertigen Feinkostprodukten. Ein persönlicher Hintergrund spielt dabei auch eine Rolle: Ich bin Neurodermitikerin und vertrage viele Produkte nicht. Deshalb ist es mir besonders wichtig, dass die Produkte in unserer Preisliste mit viel Engagement, Fachwissen und ehrlicher Qualität hergestellt werden.
Besonders am Herzen liegen mir die Olivenöle: kleine Produktionsmengen, kurze Zeit zwischen Ernte und Verarbeitung, saubere Produktion, feine Aromen und Oliven, die wirklich intakt und hochwertig sind. Auch unsere Pasta wird nach traditionellen Methoden hergestellt: aus Urweizen, mit einer Trocknungszeit von drei bis sechs Tagen bei unter 38 Grad. Dadurch bleibt sie leicht verdaulich.
Unsere Essige kommen ohne Konservierungsstoffe, ohne Zucker (außer Calamansi-Essig) und ohne Farbstoffe aus. Sie sind klar, fein im Geschmack und vielseitig einsetzbar – hergestellt aus hochwertigen Grundprodukten.
Welches Produkt ist dein persönlicher Favorit – und warum lieben es auch die Kunden?
Ein besonderer Favorit ist für mich das Olivenöl Masia El Altet. Es ist süß, fruchtig, intensiv und unglaublich rein im Geschmack – einfach anders als viele andere Öle. Sehr gerne mag ich auch die Pasta von Fabbri. Sie ist hochwertig verarbeitet und überzeugt durch ihren Geschmack und ihre Textur.
Ein weiteres Produkt, das bei unseren Kunden sehr gut ankommt, ist unser Trüffelpesto. Wir haben es selbst kreiert: mit sizilianischen Mandeln, Salz, tollem Pfeffer, hochwertigem Olivenöl, von uns getrockneten Trüffeln und Parmesan. Dabei verwenden wir Trüffel, die es als zweite Wahl nicht in die Küche geschafft haben. Das Pesto ist aromatisch, aber nicht zu dominant – mit wenigen Zusatzaromen und einem sehr natürlichen Geschmack.
Wie erlebst du die Verbindung zwischen regionalen Produkten und dem Genuss eurer Kunden?
Unsere selbst produzierten Produkte verbinden hochwertige Grundzutaten – teilweise aus Italien – mit regionalen Zutaten aus unserer Umgebung. Diese Kombination wird von unseren Kunden sehr geschätzt. Auch die Zubereitung spielt eine Rolle: Viele unserer Produkte werden mit viel Liebe und Sorgfalt von unserem Team hergestellt.
Wie seid ihr auf FAIRPLACE gestoßen – und was erwartet ihr euch von der Zusammenarbeit?
FAIRPLACE ist auf uns zugekommen. Mir gefällt sehr, was dort aufgebaut wird. Man spürt viel Engagement und Leidenschaft hinter dem Projekt – und das finde ich sehr sympathisch.
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