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Bettina Stephanie Sohler
Du im Fokus
Regional
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Amazon produziert Armut
Jan. 05, 2022
Während Online-Riesen ihren CO2-Fußabdruck ungeniert nach oben schrauben, geht man bei fairplace andere Wege. Für Markus Hagen ist ökologisch und online kein Widerspruch. Die Produkte der Fairplace-Plattform stammen von Händlern aus der Region. Das bedeutet kurze Transportwege und ein reduzierter CO2-Fußabdruck.
1. Laut eigenen Angaben stieß der größte Onlineversand Amazon 2019 16% an CO2-Emissionen aus, 2020 waren es bereits 19%. Wie sieht die Rechnung bei fairplace aus, bzw. wie ökologisch arbeitet das Unternehmen auf diesem Gebiet? Und: wie kommt die Ware, die über fairplace bestellt wird, zum Kunden?
Unser Auftritt passiert auf einem anderen Niveau als Amazon. Amazon verursacht letzten Endes Armut. Speziell das Konzept für den Transport hat es in sich. Wir achten sehr auf kurze Transportwege. Wenn wir zustellen, geschieht das auf dem kürzesten und effizientesten Weg. Wir liefern so rasch und ressourcenschonend wie möglich. Das ist umweltfreundlicher und regionale Produzenten werden dabei unterstützt. Und das versandkostenfrei. Eine spezielle Idee betreffend Liefersystem existiert bereits in meinem Kopf. Sie soll den Transportverkehr in Vorarlberg reduzieren. Entweder stellen wir selbst zu – das bedeutet, dass dann unser Firmenwagen – ein umgebauter Kühltransporter - zum Einsatz kommt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass der Kunde seine Bestellung selbst abholt, oder das Partnerunternehmen übernimmt persönlich die Zustellung.
"Lebensmittel werden in wiederverwendbaren BIO-Thermo-Boxen geliefert. Die Boxen sind 100 % plastikfrei. "
2. Warum ist der grüne Gedanke bei fairplace ein so wichtiger Schwerpunkt?
Hinter dem Projekt stehe ich ganz persönlich mit einem kleinen und engagierten Team, welches wächst. Denn bei fairplace ist ökologisch und online kein Widerspruch. Die Produkte stammen von Händlern aus der Region und reisen nicht tausende Kilometer um die Welt. Das bedeutet kurze Transportwege für die getätigten Bestellungen und ein reduzierter CO2-Fußabdruck. Auch die Verpackung spielt dabei eine bedeutende Rolle. Lebensmittel werden in wiederverwendbaren BIO-Thermo-Boxen geliefert. Die Boxen sind 100 % plastikfrei, kompostierbar und mit Kühlelementen ausgestattet. Hergestellt werden sie in Vorarlberg vom Packaging-Profi AMSA. Im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft können die Konsumenten die Verpackungen bei der nächsten Lieferung zurückgeben und damit Ressourcen schonen. Was nicht mehr wiederverwendet wird, wird recycelt.
3. Das klingt nach viel Herzblut?
Ja, sehr! Mich beschäftigte der Wunsch, einen digitalen, regionalen Marktplatz für die Zukunft zu schaffen, schon seit einigen Jahren. Ich hatte das Gefühl, dass viel über Regionalität und Nachhaltigkeit diskutiert wird, aber niemand wirklich handelt. Ein Großteil meiner Motivation für das Projekt liegt in der Liebe zu unserer Region. Land und Leute können so vieles! Vorarlberg hat immense Stärken. Meine vielen Vorstellungen sind mit der Zeit gereift und wurden konkreter. Gut Ding braucht eben Weile: in meinem Fall vergingen von der Vision über die Idee bis zur Umsetzung sieben Jahre.